Henriette Tomasi - angewandte Kunst
Künstlerin

Silberschmiedearbeiten

Lichtspiel

"Lichtspiel", Gefäß aus 925/000 Silber

Henriette Tomasi entwickelte während des Studiums bei Franz J. Bette an der Fachschule der Zeichenakademie Hanau zum Thema Licht 1995/96 nebenstehende Gefäße aus Silber und Edelstahl. Sie waren Teil der Abschlussarbeit "Lichtspiele" 1996. Die gesamte Abschlussarbeit (schriftliche Dokumentation mit Gedichten und Bildern, sowie alle Werke im Bereich Schmuck und Gefäß) wurden eingereicht und nominiert zur Ausstellung und zum 1. Nachwuchsförderwettbewerb Schmuck und Gerät der Gesellschaft für Goldschmiedekunst und der Bertha Heraus Katinka Platzhoff Stiftung Hanau 1998 und die Gefäße aus Silber und Edelstahl zum Bayerischen Staatspreis für Nachwuchsdesigner 2000. Dort erhielt die Dokumentation "Netzwerke" und die eigereichte Werkgruppe eine Anerkennung. Ausgezeichnet wurde im Besonderen die eigene, innovative  Technik. 
In der eigenen Technik, Materialverwendung, Design entstehen Werke, die selbst nach hundert bis weit über tausend Jahren Beständigkeit einfach mit der Flamme eingeschmolzen werden könnten, um das Material dann wieder vollständig  verwenden und etwas Neues daraus erschaffen zu können. 

(Cradle-to-cradle)

 





„Gefäß-Kunst bezeichnet die intensive künstlerische und gestalterische Auseinandersetzung mit dem Gefäß, Behältnis, Körper, der räumlichen Gestalt im weitesten Sinne. Die Betonung des Künstlerischen geschieht hierbei bewusst. Das Wort zeitgenössische Gefäßkunst bezeichnet nicht die rein technische und formale Kunstfertigkeit, mit der ein Gefäß hergestellt wird, es bezeichnet ebenfalls nicht die reine Herstellung von Gerät, Vasen und Kannen, die nur die Praktikabilität und Funktionalität ins Hauptblickfeld stellen und als Ursprung ihrer Gestaltung sehen. Zeitgenössische Gefäßkunst bezeichnet plastische Werke, die sich durch eigenständige Gestaltung, qualitätvolle Anwendung von ästhetischen und künstlerischen Prinzipien auf künstlerischer und gestalterischer Ebene mit dem Hohlkörper, dem Behältnis, mit der Trennung von Innen- und Außenraum mittels einer Hülle, Grenze auseinandersetzen. Ziel dabei ist, durch Ausdruck, Gesamtbild, Seele, künstlerischen Inhalt – eine eigenständige Position zu beziehen, die kommentiert und mit dem Betrachter auf eigene Weise kommuniziert. Dazu gehört von Künstlerseite her – im Wesentlichen – die bewusste oder unbewusste substantielle Auseinandersetzung mit Themen und Situationen, die meist weit über Technik, Form und Funktion hinausgehen.“ 
  

(Text aus Gefäßkunst von Henriette Tomasi)