Atelier Henriette Tomasi            im schirnhof
Henriette Tomasi Gbr, Kronberg im Taunus
mail@henriette-tomasi.de

 

 

 

Installation 'Entwurf einer lieblicheren Welt'

v. Henriette Tomasi

Ausstellung Kunstforum Düsseldorf 2011

'Bis zur Walküre sind die Knödel kalt'

Breite ca. 7m, Höhe ca. 2,50m

 

Dr. Rüdiger Joppien  

Kustos der Sammlung Jugendstil und Moderne vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

 

 

"... Auf dem Weg nach Süden berühren wir von Niedersachsen kommend Hessen. Von der traditionsreichen Silberklasse der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau können wir leider kein Werk vorweisen. Ich zeige in diesem Kontext aber ein Gefäß von Henriette und Martin Tomasi (geborener Schütter)  aus Kronberg aus dem Jahr 2003, das auf einen Vorläufer zurückgeht, den Henriette Tomasi im Rahmen ihrer Abschlußarbeit 1996/97 an der Hanauer Zeichenakademie realisierte. Das Gefäß besteht aus feinen, verfilzten Silberfäden, die geschmiedet und verschweißt wurden. Die innovative Herstellung ermöglicht eine außergewöhnliche Leichtigkeit. ..."

 

aus "Sammeln, was uns Spaß macht: Gerät aus Silber und anderen Metallen" von Dr. Rüdiger Joppien, Kustos der Sammlung Jugendstil und Moderne vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Würzburg 2009 / Werkbeispiele der Silberschmiede- und Metallkunst des 20. Jahrhunderts im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Seit 2004 befindet sich eines dieser Gefäße in der Sammlung des Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg.



Marie-Josée Linou

Conservateur des musée de Riom, France

 

Übersetzung Isolde Kunz, St Jean de Fos, France, 28. Sept. 2007

Das Musee Mandet kaufte 2004 zwei Gefäßskulpturen aus Edelmetall an.


Link 1 Musée Mandet

Link 2 musée Mandet

 

"Das Museum Mandet hat 2006 zwei außergewöhnliche Stücke von zwei deutschen Goldschmieden: Henriette Tomasi (Jahrgang 1969) und Martin Tomasi (geborener Schütter) / 1964 erworben, die nun seine zeitgenössische Goldschmiedesammlung, besonders den, den deutschen Künstlern gewidmeten Teil, bereichern.

Die Sammlung zeitgenössischer Goldschmiedekunst des Museums Mandet in Riom ist eine der seltenen Sammlungen seiner Art, die in einem französischen Museum aufbewahrt werden. Sie umfaßt derzeit etwa hundert Stücke, die von Goldschmieden oder Designern geschaffen wurden. Man findet darunter Künstler von internationalem Ruf, Vertreter der wichtigsten künstlerischen Strömungen des Design und des Kunstgewerbes: Etorre Sottsass, Richard Meier, Jean Nouvel, Goudij, Gae Aulenti, Olivier Gagnère, aber auch von anderen in der Öffentlichkeit weniger bekannten: (aus Ländern Nordeuropas z.B.) wie David Huycke (Belgien) Wolfgang Gessl und Henriette und Martin Tomasi (Deutschland), die vielleicht die Leitkünstler von morgen sein werden.

Die von Henriette und Martin Tomasi verwendete Technik ist besonders interessant, da sie völlig originell, einzigartig und neuartig in der gegenwärtigen Produktion ist. Von Silber- und Goldfäden ausgehend, die gezogen, gefilzt und geschweißt werden, schaffen die Künstler die Form des Gefäßes, welches sie dann mit dem Hammer gestalten.

Nach und nach, indem sie dieses  Tun  mehrfach wiederholen, schaffen sie eine Art Hülle , eine dreidimensionale Struktur. Die Art der Herstellung erscheint delikat , aber sicher. Die Metallfäden schlingen sich ineinander, ein Netz von Linien entsteht und skizziert eine Zeichnung im Raum. Diese gewundenen Strukturen spielen mit dem inneren und äußeren Raum, mit dem Leeren und dem Graphischen. Das Volumen wird von den Konturen bestimmt, aber die Leere entkommt, entweicht durch die Zwischenräume.

Nachdem sie mit ihrer Technik durch die Gestaltung kleiner figurhafter Skulpturen experimentiert haben, hat sich ihr Ansatz bestätigt und orientiert sich zu mehr organischen, abstrakten, freien und unbestimmbaren Formen hin.

Heute spielen die Künstler großzügig mit den Gegensätzen von Schwarz, Weiß und Gold, indem sie die geschwärzten Silberstücke mit den anderen, leuchtenderen konfrontieren. Weit davon entfernt, Eintönigkeit zu erzeugen, unterstreicht die Aufstellung dieser Stücke eines neben dem anderen, nur die Unterschiedlichkeit. Gold und Silber begegnen sich in ihrem Glanz.

Diese Kontrasteffekte machen das privilegierte Repertoire der Goldschmiede mit minimalen Formen aus, die sich vor allem um das Oval, den Kreis, den Zylinder, die Kugel drehen und die Vorstellung von Spinnweben, Kokons oder Wolken hervorrufen können... jeder findet darin einen Stoff zum Träumen... .

Henriette und Martin Tomasi treiben die Silberarbeit zu neuen Möglichkeiten voran und bestätigen so die zeitlose, selbst spirituelle Rolle des Goldschmiedens, die edle Kunst, die seit dem Mittelalter mit einer heiligen Mission versehen und eng mit den Instinkten und dem Geschmack der Menschen verbunden ist.

Die Leichtigkeit und Transparenz dieser Stücke, zwischen Haarnetz und Eierschale, ihr einzigartiger Charakter, machen daraus sensible Werke, die sich harmonisch in die Sammlung des Musée Mandet einfügen.

Wie Ariadne mit ihrem Wollfaden folgen Henriette und Martin Tomasi ihrem Weg, in dem sie ihren Silberfaden abwickeln ... ."

 

Marie-Josée Linou 

 

Conservateur des musées de Riom, France

 

"Le musée Mandet a acquis en 2006 deux pièces exceptionnelles de deux orfèvres allemands, nés en 1969 : Martin et Henriette Tomasi qui ont enrichi sa collection d’orfèvrerie contemporaine et notamment la séquence consacrée aux artistes allemands.

La collection d’orfèvrerie contemporaine du musée Mandet de Riom est l’une des rares collections de ce type conservées dans un musée français. Elle   compte actuellement une centaine de pièces conçues par des orfèvres ou des designers. On y retrouve  des artistes de renommée internationale, représentants des courants artistiques majeurs du design et des arts décoratifs : Etorre Sottsass, Richard Meïer, Jean Nouvel, Goudji, Gaë Aulenti, Olivier Gagnère , mais aussi d’autres moins connus du public : (des pays d’Europe du Nord , par exemple) comme David Huycke (Belgique), Wolfgang Gessl et Henriette et Martin Tomasi ( Allemagne) qui seront peut-être les artistes-phare de demain.

 

La technique utilisée par Henriette et Martin Tomasi est particulièrement intéressante car totalement originale dans la production actuelle. C’est   à partir de fils d’argent et d’or, étirés en filaments feutrés et soudés à chaud que les artistes créent la forme du vase puis la forge au marteau. Petit à petit, en répétant ce geste, ils créent une sorte d’armature, une structure tridimensionnelle. Le geste est délicat mais sûr. Les filaments de métal s’entrecroisent, un réseau de lignes se crée, esquissant un dessin dans l’espace. Ces structures sinueuses jouent avec l’espace interne et externe, les vides et le graphisme. Le volume est défini par le contour, mais le vide s’échappe par les jours.

 

Après avoir expérimenté leur technique par la création de petites sculptures figuratives, leur démarche s’est affirmée et orientée vers des formes organiques,   plus abstraites, libres et non identifiables.

Aujourd’hui, les artistes jouent largement des oppositions du noir, du blanc et de l’or, confrontant entre elles les pièces en argent noirci avec d’autres plus lumineuses. Loin d’engendrer la monotonie, l’alignement de ces pièces les unes à coté des autres ne font qu’en souligner la diversité, l’or et l’argent croisant leur éclat.

Ces effets de contraste constituent le répertoire privilégié des orfèvres avec des formes minimales  qui tournent essentiellement autour de l’ovale, du cercle, du cylindre, de la sphère et peuvent évoquer des toiles d’araignée, des cocons, ou des nuages…chacun y trouvant matière à rêver… 

 

Henriette et Martin Tomasi poussent le travail de l’argent vers de nouvelles possibilités et ce faisant confirment le rôle intemporel, voire spirituel de l’orfèvrerie, art noble, chargé d’une mission sacrée depuis le Moyen-Age, intimement lié aux instincts et aux goûts des hommes. La légèreté et la transparence de ces pièces , entre résille et coquille d’œuf, son caractère unique , en font des œuvres sensibles   et qui s’intègrent harmonieusement à la collection du musée Mandet.

Comme Ariane avec son fil de laine, Henriette et Martin Tomasi poursuivent leur chemin en déroulant leur fil d’argent…."

 

 

Sotheby`s, London, UK

Curator Rachael Barraclough, UK

Contemporary Decorative Arts Exhibition

 

„Henriette and Martin Tomasi together form TOMASI. Their work is a rich amalgamation of metal and textil art. Made primarily from the finest gold, silver and stainless steel threads, Tomasi use traditional felting techniques combined with textile and metal working techniques to archieve their fantastic vessels, jewellery and sculptural creations.

Tomasi have created a beautiful collection of transparent metallic vessels made from metal threads, which produce thin decorative containers that appear extremely delicate and richly textured.

Tomasi are influenced by the observation and sketching of nature, which they believe comes to life when it is infinished , fragmentary or merely suggested.

They are inspired by ancient Egyptian and Greek Vessels and by delicate Etruscan jewellery as well as by the significance of functionality in the Bauhaus philosophy. They have exhibited widely, most recently at fairs and exhibitions in Germany, USA and Great Britain. Tomasi have also won a number of awards and have been featured in a range of publications.“

 

 

Installationen aus

'Entwürfe einer lieblicheren Welt'

Henriette Tomasi

Kunstmesse Darmstadt 2011
Breite ca. 5m, Höhe ca. 2,50m

 

Udo Häfele

zur Ausstellungseröffnung " Faszination Licht", Soloausstellung, Zehntscheune  Kronberg

 

"Betritt man ihre Werkstatt , so wagt sich der Besucher zuerst gar nicht herein, eine Reuse – eine Sternenreuse, die Glück einfängt, hängt schwebend an der Decke.

Daneben stehen Torsi – Bilder der Antike beschwörend – und zwei Lilien, halb der Vergangenheit nachlauschend – ragen aufrecht empor und heben sich von dem in Weiß gehaltenen Raum merklich ab.

Objekte – mehr oder weniger umwickelt mit feinstem Gespann – mal locker hingeworfen – mal in stundenlanger Kleinstarbeit mühsam versponnen: Netze der Gedanken und Hoffnungen der Künstlerin. Sie sprechen eine Sprache der Klarheit und Leichtigkeit und Unbeschwertheit.

Bei einer Tasse Tee soll ich einige Objekte etwas genauer studieren, um deren Struktur wirklich zu erkennen. Eine feingesponnene mattenartige Figur wird gegen das Licht gehalten und die Struktur beginnt zu leben, das schlichte Licht eines Strahls wird lebendig oder ist es der Draht selbst, der Farbe und Struktur je nach Lichteinfall zu ändern scheint.

Mein Blick gleitet über Gehäuse, Gefäße und ein Spinnennetz aus Stahl, das bis in die Ecke des Raumes mit einem einzigen Faden reicht, klein nur die Fläche an der Decke, der kunstvoll gesponnene Faden der Befestigung endet, lang hinuntergezogen, am Boden des Raums.

Natürlich bin ich versucht, auch die Spinne zu suchen, doch die ist völlig abwegig, nebensächlich, denn die Form ist völlig abstrahiert und das Material selbst aufgelöst und schwerelos, so wie die Sternenreuse des Glücks." 



Udo Häfele 

 

F A S Z I N A T I O N   L I C  H  T 

Ausstellungseröffnung Henriette Tomasi, Zehntscheune Kronberg im Taunus

 

 

"In den alten Gemäuern der Zehntscheune Kronberg werden vom 14.-21. Juni Arbeiten (Skulpturen, Objekte und Gefäße) der Kronbergerin Henriette Tomasi gezeigt.

Seit Beendigung Ihres Studiums der Metallgestaltung arbeitet Henriette Tomasi selbständig als freischaffende Künstlerin. Seit Jahren experimentiert sie mit Metallen, um diese transparent erscheinen zu lassen. Das L I C H T ist beherrschendes Thema und Ursprung ihrer Arbeiten. Ihre Begeisterung gilt den Edelstahlfiguren, Objekten und Gefäßen.

Aus feinstem Edelstahldraht schafft sie Arbeiten, in denen die stählerne Härte und Kälte völlig aufgelöst wird. Der Kontrast zwischen architektonischer Konstruktion und filigranen Netzwerk aus hauch-dünnem Stahlfaden verblüfft. Man erkennt Edelstahl als Material wirkt nun leicht, luftig und geheimnisvoll.

Die Künstlerin schafft Räume, die zu schweben scheinen. Außergewöhnlich ist sicherlich die Vielfalt der Ausstellung, denn man findet hier nicht freie Objektkunst sondern auch Gebrauchsgegenstände, die als kleines Kunstobjekt den Alltag verschönern.

Besonderes Augenmerk gilt der Eröffnung. Dort werden die ausgestellten Werke im Raum der alten Scheune durch eine Licht- und Musikperformance in Szene gesetzt."

 

 

 

E. Vogle, M.A. 

 

Ausschnitte aus der Eröffnungsrede der Einzelausstellung von Henriette Tomasi “Zwischen Licht und Materie”, Atelier ka, Frankfurt am Main

 

 

"... Eine ganze Gruppe der gezeigten Objekte könnte man als "mit Licht geformt" bezeichnen. Sie zeigen sich leicht, schwebend, strahlend, vom Licht durchdrungen, in einem labilen Gleichgewicht, als balancierten sie auf imaginären Fußspitzen. ...

 

Es sind erstaunlicherweise Hohlkörper, die ein Innen und ein Außen aufweisen. Zart und transparent sieht sie die Künstlerin innig mit der sie umgebenden Luft, dem Raum und dem in sie eindringenden Licht verbunden. Licht, das "strahlt, umhüllt, ... färbt, beleuchtet, blitzt, blinkt, brennt, wärmt, modelliert, blendet, ... und alle Farben leuchten läßt, wie die Künstlerin selbst formuliert. Aber Licht erfüllt auch den Raum, schafft und "erobert" ihn. ..."

 

 

“ ... In den Zeichnungen läßt Henriette Tomasi skizzenhaft angedeutete, schattenhafte Personen  in schwarzer Tusche entstehen.  Mit einem in Tusche getänktem Schwämmchen gibt sie eine Form vor und ergänzt sie mit Pinsel oder Feder  zu diesen leichtfüßigen Personen,  die über das weiße Papier zu schweben scheinen. ...Nichts Konkretes sollen die Zeichnungen bedeuten, sondern Stimmungen wiedergeben,  Idee, Phänomene,  die das Auge festhalten und den Geist zur Assoziation anregen.  Ihre transparente Qualität könnte ein Fenster sein zu Welten,  die dem gewöhnlichen Auge verborgen bleiben, sie sind mehr Ahnung als genau definierte Aussage. Das meditative Spiel mit dem leeren Raum, die im Nichts auslaufenden Konturen der Zeichnungen und der Objekte scheinen beweglich und fließend zu sein, nicht statisch und fest,  so daß der Betrachter sich in den spezifischen Rhytmus der Form und der Farben einlassen kann.  Dies ist Voraussetzung für ihren künstlerischen Anspruch, den sie mit dem kleinen Buch “Lichtspiele” mit einem Wort von Tao te King “Über den Wert des Nichts” artikuliert: “Das Sichtbare ist die Hülle, die Form oder das Gefäß für das Unsichtbare; im Unsichtbaren liegt das Wesentliche. "

 

 

Detail Wire-painting, Unikat

Höhe ca. 120cm 

 

Privatsammlung Bonn

 

 

S. Puck 

Kronberger Bote, 12. Mai 2010

Lebendige Draht-Kunst mit Freiheit für Fantasie

 

 

Kronberg (pu) – „Dialog zwischen Dame und Hündchen“, „Tanzende“, „Unterwegs, beschwingt, bewegt“ – unter diesen Titeln ist vieles vorstellbar. Ihre eigene Vorstellung zu diesen Themen hat die 41-jährige bildende Künstlerin Henriette Tomasi, die noch bis Pfingstmontag, 24. Mai  2010 in der Galerie Hellhof Drahtskulpturen und Zeichnungen präsentiert.

Der Kontrast könnte deutlicher kaum sein aber die Künstlerin hat das Kunststück vollbracht und sich der Herausforderung gestellt, die alten Gemäuer der Galerie Hellhof und ihre zeitgenössischen, modernen Arbeiten in Einklang zu bringen. Nichts wirkt störend, nichts deplatziert, der Betrachter kann sich völlig den verschiedenen, lebendig wirkenden Skulpturen und den nicht minder die Fantasie anregenden Bildern widmen.

„Wenn Sie hier etwas finden, was sie nicht sofort etikettieren und in eine vorbestimmte Schublade ablegen können, dann ist dies genau so gewollt“, so Klaus Becker, der in launigen Worten in die Ausstellung einführte. Aus Edelstahlfaden oder Silberdraht wurden

beispielsweise verschiedenartige Gefäße in unterschiedlichen Größen geformt, einige sehr stabil, die anderen so überraschend grazil und hauchzart, dass man mehrmals das Etikett liest, um bestätigt zu sehen, dass es sich bei diesen Stücken wirklich um Drahtarbeiten handelt, die mit einem großen Hammer, Schweißgeräten und teilweise in monatelanger Arbeit gefertigt wurden. Zur Herstellung einiger der Ausstellungsstücke mussten völlig neue Techniken entwickelt werden, auch die Hilfe ihres Mannes Martin war des Öfteren erforderlich, um mit den teilweise großen und unhandlichen Werkstücken fertig zu werden. ...

Visualisierte Themen ihrer Werke sind dort unter anderem Musik, Rhythmus, Tanz. ... .

 


In den letzten Jahren entstanden neue Werkreihen im Bereich Zeichnung, die direkt mit ihren Werken aus Draht in Verbindung stehen. Linien aus Tusche, verbinden sich in speziellen Mischtechniken mit Grafit, Kohle oder auch Ölkreide zu freien Zeichnungen auf Papier, die mal abstrakter mal figürlicher, die Leichtigkeit, den Tanz und die Musik aufs Blatt zaubern. ... "

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autorin unbekannt 

über die Einzelausstellung Henriette Tomasi, Galerie Hellhof, Kronberg, 2010

 

 

"... Zärtlichkeit und Stahl. Die Vereinigung des Unvereinbaren. ..."

 

E.Ch.Küchler 

zur Einzelausstellung Galerie Hellhof, Kronberg, 2010

 

 

 

"Bewegt, 

tanzend erhebt

sich leicht schwebend

Gestalt im zerfließenden Raum.

-Skulptur-"

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                         Wandskulptur  - wire painting 2009;                 ©  Henriette Tomasi, H 160 cm                   

 

Dorothee Lehmann Violi, CH
Raum und Wohnen, das Schweizer Magazin für Architektur, Wohnen und Design

 

 

 

GEFILZTES METALL

 

"...  Die deutsche Metallgestalterin ... lässt Edelstahl und Silber in völlig neuem Gewand auftreten. Ihre traumhaften Objekte sind aus feinsten Edelstahl- und Silberfäden gesponnen, gefilzt und geschmiedet. In den Arbeiten scheinen sich Textil- und Metallkunst auf wundersame Weise zu verbinden. Mal kommen sie transparent, wie hingehaucht daher, mal filzig-weich verdichtet und bezaubern immer durch lyrische Ausstrahlung sowie optisch-haptische Sinnlichkeit. ... "

 

 

Auszug aus "Talente 2001" - über die Preisträger 2000

Henriette Tomasi erhielt im Jahr 2000 den Talente Preis der IHM München

 

" Wir leben in einer Zeit, in der in der Textilkunst in einer faszinierenden Form experimentell gearbeitet wird. ... Die  Kontraste, die sich durch die Weichheit und den Schimmer des Materials und die Klarheit der konstruktiven Linienführung ergeben, stehen in einem ästhetisch überraschenden Kontrast. "

 

 

 

 

Maria Kohl, Darmstadt 

Take Away Galerie

 

"... Im Eingangsbereich haben Sie sich vorbeibewegt an kokonartigen Objekten. Diese tanzenden Figuren sind ... Gespinste aus Edelstahldraht und Edelstahlfaden. Gesponnen hat sie die Goldschmiedin und Metallgestalterin Henriette Tomasi. Wenn Vater und Mutter Goldschmiede sind, dann ist von der Tochter etwas Außergewöhnliches zu erwarten. Zum erstenmal habe ich Henriette Tomasis Arbeiten gesehen in einem nachtschwarzen Raum, in dem lediglich die Gespinste funkelten wie in einer Märchenwelt. ... .

Was fällt uns nomalerweise ein zu dem Werkstoff Edelstahl? Kalt, hart, modern, widerstandsfähig dürfte eine gängige Beschreibung sein. Henriette Tomasi hebt diese Eigenschaften auf. Sie schafft fragile Formen, in denen Innen und Außen ineinander übergehen. Die filigranen Netwerke ... laden ein zum sich Wundern, zum Rätseln. Wie wird denn so etwas Zauberhaftes gemacht? Verraten werde ich nur soviel: am Anfang steht eine große Garnrolle mit Kilometern von haarfeinem Metallfaden - alles weitere ist Bewegung und das Geheimnis der Künstlerin. ..."

 

 

 

 

Jury report, Schoonhoven, NL

Schoonhoven Silver Award "Silver as Water"

Honourable Mention to Tomasi

 

".. Although, at first sight "Gezeichnetes Wasser" by Tomasi looks like a basket or bowl, it actually has little to do with that. It is not a utilitarian object - far from it - It is a pure art form. We are also, in the first instance, put on the wrong track by the material - one would not immediately think of silver here. Stronger still, it apperars to deny that typical quality of silver - namely its special glow. Upon closer examination, it becomes clear how the design and subtle treatment of the gossamer silver express the theme "Gezeichnetes Wasser" - "Sketched Water". The work does justice to both the motion and the transparency of water. ..."

 

 

Zwischen Licht und Materie

E. Vogle, M.A.

 

"Zwischen Licht und Materie" nennt die Künstlerin ihre Ausstellung und sie charakterisiert damit selbst den Aussagekern ihrer ausgestellten Objekte, ..., ihrer Zeichnungen und Bilder.

 

Wie kann man dieses Motto aber in Beziehung setzen zu den hier ausgestellten Kunstobjekten?

Eine Möglicghkeit wäre, sich zunächst der Bedeutung der Begriffe "Licht" und "Materie" zu nähern.

 

Etymologisch hat das Wort "Licht" seine Wurzeln in dem mittelhochdeutschen "lieht", aber auch das lateinische "lux", "lumen", "luna" (leuchtendes Gestirn) geht auf den ursprünglichen indogermanischen Wortstamm zurück.

 

In der Physik versteht man unter "Licht" elektromagnetische Wellen, die sich als Strahlung im leeren Raum gradlinig ausbreiten und nur für Lichtstrahlen fast durchlässige Körper sieht unser Auge durchsichtig. Dagegen sind Körper, die kein Licht durchlassen, undurchsichtig.

Für unsere Betrachtung ist jedoch interessant, dass "der nicht hindurchgelassene Anteil des Lichtes von den lichtundurchlässigen Körpern mehr oder weniger  absorbiert oder reflektiert wird" - je nach Dichte des jeweiligen Körpers - "wobei das Licht seine Farbe ändern kann" .(Brockhaus) Das sichtbare Licht ist der kleine Ausschnitt aus der Skala elektromagnetischer Schwingungen, für den unser Auge empfindlich ist.

Metphysisch betrachtet ist Licht Metapher für das Immaterielle und im weiteren Sinn, für das Göttliche.

So heißt es im ersten Buch Mose: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sperach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.

Hell und Dunkel, Tag und Nacht werden also voneinander geschieden, wobei das Licht sich mit dem Himmel, mit dem Göttlichen verbindet.

Nur was sichtbar ist, sehen wir, der Mensch "erblickt das Licht der Welt" mit seiner Geburt und in einem höheren Sinn, erkennen wir, indem wir sehen. Etwas "wird ans Licht gebracht", entdeckt, geklärt, enträtselt. Auch finden wir in der Bibel den Vergleich, dass die "Weisheit" " ein Abglanz des ewigen Lichtes" sei. (Weish 7, 26)

 

Eine ganze Gruppe der hier gezeigten Werke könnte man als mit Licht geformt bezeichnen. Sie zeigen sich leicht, schwebend, strahlend, vom Licht durchdrungen, in einem labilen Gleichgewicht, als balancierten sie auf imaginären Fussspitzen.

 

Ein Gerüst aus Silberdraht gibt die Form an, die von einem spröden Gespinst von feinen Silberdrähten umwoben wird. Es sind erstaunlicherweise Hohlkörper, die ein Innen und ein Außen aufweisen. Zart und transparent sieht sie die Künstlerin innig mit der sie umgebenden Luft, dem Raum und dem in sie eindringenden Licht verbunden. Licht, das "strahlt, umhüllt, ... färbt, beleuchtet, blitzt, blinkt, brennt, wärmt, modelliert, blendet, ... und alle Farben leuchten läßt, wie die Künstlerin selbst formuliert. Aber Licht erfüllt auch den Raum, schafft und "erobert" ihn. Es ist jener "abstrakte" Raum in Türen und Fenstern, der das Licht herein lässt.  ...

 

Eine zweite Werkgruppe könnte man der "Materie" zuordnen, dem zweiten Teil des Mottos dieser Ausstellung. Obwohl, wie ich meine, die Künstlerin dieses Motto - "zwischen Licht und Materie" - auch dialektisch gemeint hat; - Licht und Materie in antagonistischem (gegensätzlichem) Widerspruch zueinander, wie Spannung zur Entspannung schliesslich zum erkennenden Sehen führen kann.

 

In den hier gezeigten Objekten sehe ich jedoch "Materie" als Substanz, als Masse, die rein physikalisch erklärt, der raumfüllende Stoff ist, der unabhängig vom Aggregatzustand (Brockhaus) existiert. Für Einstein ist "Materie nur eine andere Erscheinungsform von Energie (und umgekehrt). Die Vorstellung von Materie zwischen Raum und Zeit ist Grundlage seiner Relativitätstheorie.

 

Für unsere Betrachtung verwertbarer ist wohl der Ansatz: Das lateinische Wort "materia" hat zunächst die lateinische Bedeutung von "Nutzholz" und im weiteren Sinn Material, aus dem etwas gestaltet werden kann.

Hier sind es Objekte aus haarfeinen Edelstahlfäden geformt. Nicht lichtdurchlässig, sondern sie sind kompakt und erinnern an harte Gegenstände. Fasst man sie an, so sind sie leicht, weich und lassen an dicken Filz denken. ..

"Durch die Zeit gereist", nennt die Künstlerin die an verschiedene Bootsformen erinnernden Objekte, und auch hier gilt; Boote und Schiffe als Metapher für "Reise", für den "Übergang" in eine andere Welt. (s. Antike)

 

Der "Weg des Schiffes auf hoher See" gehört in der Bibel zu den vier Wundern, die der Mensch eigentlich nicht begreifen kann. (Spr. 30,19), ein sinnbildlicher Hinweis auf den Lebensweg des Menschen durch Unbilden dieser Welt, und gleichzeitig auch ein Symbol für die Zeit und ihre Vergänglichkeit. 

 

Zu dieser Präsentation gehören aber auch Bilder und Zeichnungen. Skizzenhaft angedeutete, schattenhafte Personen lässt sie in in schwarzer Tusche in den Zeichnungen entstehen. Mit einem in Tusche getänktem Schwämmchen gibt sie eine Form vor und ergänzt sie mit Pinsel oder Feder  zu diesen leichtfüßigen Personen,  die über das weiße Papier zu schweben scheinen.

... die Zeichnungen entstehen in schwarzer Tusche mit Übermalungen von weißer und mit Ultramarin abgedeckten Acryfarben, die sie mit einem Spachtel auf die Papierfläche aufträgt über die nur angedeuteten oder ins Nichts auslaufenden Konturen ... .

 

 

Detail Installation

v. Henriette Tomasi

Ausstellung Kunstforum Düsseldorf 2011

 

...Nichts Konkretes sollen die Zeichnungen bedeuten, sondern Stimmungen wiedergeben,  Idee, Phänomene,  die das Auge festhalten und den Geist zur Assoziation anregen.  Ihre transparente Qualität könnte ein Fenster sein zu Welten,  die dem gewöhnlichen Auge verborgen bleiben, sie sind mehr Ahnung als genau definierte Aussage.

Das meditative Spiel mit dem leeren Raum, die im Nichts auslaufenden Konturen der Zeichnungen und der Objekte scheinen beweglich und fließend zu sein, nicht statisch und fest,  so daß der Betrachter sich in den spezifischen Rhytmus der Form und der Farben einlassen kann. 

 

Dies ist Voraussetzung für ihren künstlerischen Anspruch, den sie mit dem kleinen Buch “Lichtspiele” mit einem Wort von Tao te King “Über den Wert des Nichts” artikuliert: “Das Sichtbare ist die Hülle, die Form oder das Gefäß für das Unsichtbare; im Unsichtbaren liegt das Wesentliche. "